Aktuelle Themen
Akute Gefährung der DSP: Stellungnahme des BVND
Nachdem die Verhandlungen zur Verlängerung des Strukturvertrags in Brandenburg vor dem Aus stehen, hat der Bundesverband Niedergelassener Diabetologen in Absprache mit den Brandenburger Diabetologen die folgende Stellungnahme verasst und an die politischen Entscheidungsträger verschickt. In Hessen sind ähnliche Entwicklungen zu erwarten.
In zwei Bundesländern stehen die diabetologischen Schwerpunktpraxen vor dem Aus.
Nachdem die Honorarreform bereits viele Schwerpunktpraxen in akute Existenznöte gebracht hat, sind nun Kollegen in Brandenburg und Hessen durch die Kündigung ihrer Strukturverträge nicht mehr in der Lage, ihre Praxen wirtschaftlich zu betreiben.
Die Krankenkassen behaupten, dass Strukturverträge bzw. Verträge zu Disease-Management-Programmen (DMP) auf Grund der Dokumentationspauschale von 180 Euro nur noch mit abgesenkten Vergütungen abgeschlossen werden könnten.
Hierbei wird hartnäckig ignoriert, dass den Krankenkassen für die Diabetesbehandlung dasselbe Geld zur Verfügung steht wie bisher. Erfolgte letztes Jahr noch die Verteilung des Risikostrukturausgleichs (RSA) stärker über die DMPs, erhalten die Krankenkassen nun direkt für die Versorgung der Menschen mit Diabetes einen entsprechend hohen Zuschlag. Es steht also genügend Geld zur Verfügung, um kostendeckende Vergütungsverträge abzuschließen. Der Morbi-RSA wurde gerade deshalb ins Leben gerufen, um kostenintensive Erkrankungen besser behandeln zu können.
Die Schwerpunktpraxen haben durch ihren Einsatz erst ermöglicht, dass DMPs, wie in den Auswertungen der AOK und der Barmer zu lesen ist, ein Erfolgsmodell wurden.
Die DSP sind bis heute in den meisten Regionen unterfinanziert. Sie wurden geschaffen, um die Behandlungsqualität der Menschen mit Diabetes mit einer angepassten, personalintensiven – weil beratungsintensiven – Strukturqualität zu verbessern.
Die Krankenkassen haben auch in Brandenburg die Pflicht, für Menschen mit Diabetes eine den medizinischen Standards entsprechende Versorgung zu gewährleisten.
Wir fordern eine morbiditätsorientierte Vergütung, die unsere Strukturqualität erhält und eine qualitätsgesicherte Versorgung der Menschen mit Diabetes zulässt.
Mit freundlichen Grüßen
Für den Vorstand des Bundesverbands Niedergelassener Diabetologen
Dr. med. H. Martin Reuter
2. Vorsitzender
Dateien: