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Offener Brief des BVND an den Vorstand der DDG - Die DDG als Fachgesellschaft muss erhalten bleiben
VON: VORSTAND DES BVND
Auf der letzten Mitgliederversammlung der Deutschen Diabetes Gesellschaft in Leipzig versicherte Herr Professor Haak, als „noch“ Präsident auf Nachfragen, dass die Deutsche Diabetes Gesellschaft mit all ihren Funktionen als eigenständige und selbständige Fachgesellschaft erhalten bliebe.
Nun müssen wir als Mitglieder zur Kenntnis nehmen, dass Bestrebungen des Vorstands bestehen, ureigenste Aufgaben unserer Fachgesellschaft an „diabetesDE“, einer Organisation, bei der die Mehrheitsverhältnisse nicht mehr auf Seiten der Ärzte liegen und die zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht voll funktionsfähig ist, übertragen werden sollen.
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft ist in der Entwicklung von Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement Vorreiter in der deutschen Medizinlandschaft. Diese Bestrebungen werden getragen und gelebt von vielen Mitgliedern der Gesellschaft, insbesondere auch von vielen niedergelassenen Ärzten.
Diese herausragenden Bemühungen werden unterstützt vom Bundesverband Niedergelassener Diabetologen (BVND), der allen Schwerpunktpraxen empfiehlt, die Anerkennung als Behandlungseinrichtung der Stufe 2 der DDG anzustreben. In einem eigenen Projekt – „QM mellitus“ – unterstützen wir Praxen auf dem Weg dorthin.
Qualitätskriterien, die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualitätselemente vorgeben, berühren Praxen in existentiellen Bereichen ebenso wie die Ausbildung zum Diabetologen DDG. Dieses muss für uns zwingend in der Hand der Fachgesellschaft bleiben, ein anderer Weg ist für uns als niedergelassene Diabetologen nicht vorstellbar.
„diabetesDE“ sollte zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus unserer Sicht diejenigen Betätigungsfelder aktiv besetzen, die von den Einzelgesellschaften alleine nicht ausreichend abgedeckt werden können! Dieses gilt insbesondere für den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und der Prävention, wo die Fachgesellschaften alleine offenbar in der Vergangenheit keine ausreichende Aufmerksamkeit erreichen konnten.
Auf Grund der Tatsache, dass „diabetesDE“ noch in der Gründungsphase steckt und die Strukturen für Insider zwar schon erkennbar, für die breite Öffentlichkeit aber noch nicht offensichtlich sind, dürfen strukturell bedeutsame Kernthemen der deutschen Diabetologie zum jetzigen Zeitpunkt nicht auf diese neue Plattform übertragen werden.
Wir fordern Sie daher auf, bei ihren Entscheidungen die Interessen der Mehrheit ihrer Mitglieder nicht nur zu berücksichtigen, sondern aktiv das Gespräch und die Auseinandersetzung mit den niedergelassenen Diabetologen in Deutschland, die die tragende Säule der realen Versorgung der Menschen mit Diabetes darstellt, zu suchen!
Der BVND steht hierfür jederzeit zum Gespräch bereit.
Im September 2009
gez. Vorstand des Bundesverbandes Niedergelassener Diabetologen e.V.