Die wichtigsten Begriffe und Fakten zum Diabetes mellitus

Diabetes mellitus

Diabetes ist eine „chronische Stoffwechselstörung“. Diabetes zu haben bedeutet, dass Ihr Körper entweder gar kein Insulin mehr produziert (Typ 1-Diabetes) oder, dass das vorhandene Insulin nicht richtig wirken kann (Typ 2-Diabetes).

Insulin

Insulin ist ein Hormon, das von den Betazellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet und in den Blutkreislauf abgegeben wird. Insulin spielt bei der Regulation des Blutzuckerspiegels die wichtigste Rolle.

Typ 1-Diabetes

Beim Diabetes Typ 1 kann der Körper kein eigenes Insulin mehr produzieren. Menschen mit Typ 1-Diabetes spritzen daher immer Insulin.

Auslöser: Beim Typ 1-Diabetes bildet der Körper durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems Antikörper, die die eigenen insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstören. Der Zellzerstörungsprozess der insulinproduzierenden Zellen läuft über einen langen Zeitraum unbemerkt ab. Erst wenn ca. 70% bis 90% der Zellen zerstört sind, tritt der Diabetes auf.

Ursachen: Die Ursachen für den Typ 1-Diabetes sind nicht ganz geklärt. Es ist wahrscheinlich, dass neben einer genetischen Veranlagung bestimmte Virusinfektionen und Umweltfaktoren eine wesentliche Rolle spielen, die zu dieser Fehlsteuerung des Immunsystems führen.

Typ 2-Diabetes

Der Typ 2-Diabetes ist die häufigste Form der Zuckerkrankheit. Mehr als 90% aller Menschen mit Diabetes haben einen Typ 2-Diabetes.

Auslöser: Hier bildet der Körper meist noch Insulin, aber die Insulinwirkung ist herabgesetzt (Insulinresistenz). Die Bauchspeicheldrüse versucht, die verminderte Wirkung auszugleichen, indem sie immer mehr Insulin produziert. Diese Mehrbelastung führt auf Dauer zur Erschöpfung der körpereigenen Insulinproduktion.

Typ 2-Diabetes hat eine erbliche Komponente. Es ist wichtig zu wissen, dass nicht der Diabetes selbst, sondern nur das erhöhte Risiko einen Diabetes zu bekommen, vererbt wird.

Damit es zum Ausbruch des Diabetes kommt, müssen die so genannten „auslösenden Faktoren“ wie

  • Übergewicht (90% aller Menschen mit Typ 2-Diabetes sind übergewichtig)
  • Bewegungsmangel
  • zunehmendes Lebensalter


hinzukommen, die in erster Linie für die verminderte Insulinwirkung verantwortlich sind. Die Symptome sind dieselben wie beim Typ 1-Diabetes, aber schwächer ausgeprägt.

Viele Menschen weisen zuerst keine Symptome auf  oder bringen die vorhandenen Anzeichen nicht mit „Diabetes“ in Verbindung, was leider oft zu einer verspäteten Diagnose führt. Im Durchschnitt besteht der Diabetes schon fünf bis sieben Jahre, bis er diagnostiziert wird. Deshalb sollten Personen über 45 Jahre mindestens alle drei Jahre eine Blutzuckerbestimmung durchführen lassen.